Im Freibad Vingst fing alles an

Wachdienst am Fühlinger See 1972 mit einem weißen VW-Bus mit großen schwarzen Lettern DLRG
Erstes Mal Wachdienst am Fühlinger See im Jahre 1972

Aus der Festschrift zum 25. Gründungsfest der OG rrh.-Süd von Toni Sprengler 1986

Als im Jahre 1960 das ehemalige Baggerloch am Gremberger Wäldchen zum Naturfreibad ausgebaut und eröffnet wurde, mußte dort direkt im ersten Betriebsjahr ein Ertrinkungsopfer beklagt werden. Dies und andere Argumente waren der äußere Anlaß, daß sich Kameraden der DLRG (die in der Nähe wohnten) und andere verantwortungsbewußte Mitbürger sich auf einer Gründungsversammlung in der Gaststätte "Bürgerhaus" in Köln-Vingst zusammenfanden.

Treibende Kraft für die Gründung der Ortsgruppe war damals unser heutiger Bezirksleiter Erich Schiffbauer, der bis dato Mitglied in der Ortsgruppe Dünnwald war. Die Ortsgruppe Dünnwald war dann auch der Pate bei der Geburt der neuen Ortsgruppe mit einem Geldbeitrag von DM 50,00 als Startkapital und Patengeschenk.

Ein Gründungsprotokoll ist heute leider nicht mehr aufzufinden, somit kann nur aus dem Gedächtnis der damals Beteiligten berichtet werden. Dem ersten Vorstand gehörten an: Dr. med Heinrich als OG-Leiter, Erich Schiffbauer als Geschäftsführer, Kassenwart W.Becker.

Eine Übungsstätte zur Ausbildung wurde gesucht und zunächst bekam die OG im Deutz-Kalker-Bad als Gast in der Übungsstunde des Eisenbahner Sportvereins ESV Olympia eine Bahn zur Verfügung gestellt. Erster Ausbilder war dann der heutige Ortsgruppenleiter Toni Sprengler, der dort als Schwimmeister tätig war. Ein halbes Jahr spätererreichte Erich Schiffbauer dann bei der Stadt Köln die Zuteilung einer eigenen Übungsstunde, die noch bezahlt werden mußte. Die Älteren unter uns wissen noch zu berichten, daß, wenn der Betrag von 12,50 (damals viel Geld) nicht zusammen kam, von ältern Kameraden noch ein Zuschuß geleistet werden mußte, um die Stunde zu bezahlen.

Gleich im ersten Jahr stießen unsere alten Kameraden Karl Meuthen und Paul Schwandtke nach einiger DLRG Abstinenz zur Ortsgruppe und schon war ein Ausbilderteam beisammen, welches in der Folgezeit über lange Jahre das Gesicht der Ortsgruppe prägen sollte. Es gab viel zu tun und wir packten es an.

Im Jahre 1965 wurde bei einer Veranstaltung "40 Jahre DLRG Köln" zum ersten Mal ein neues Boot gezeigt. Es war das Motorrettungsschnellboot Adler 1, angeschafft von der Ortsgruppe Köln rrh.süd. Dies war möglich Dank Beziehungen zur Bezirksregierung durch unseren Erich Schiffbauer, der damit die Technisierung der DLRG im Bezirk Köln eindeutete.

Der Einzug moderner Technik in den Rheinrettungsdienst war nicht mehr aufzuhalten. An unserem Beispiel wurde dann auch der übrige Wachdienst am Rhein technisiert, es wurden Fahrzeuge, Boote und Funkgeräte angeschafft; so wurde der Dienst am Nächsten, sprich Rettungswachdienst noch effektiver.

Im Jahre 1962 wurde eine Wache im Freibad Vingst eingerichtet und solange von uns besetzt, bis dort der Betrieb merklich nachließ. Der von Anfang an durch uns bewachte Wachabschnitt Poller Wiesen vom Deutzer Hafen bis zur Rodenkirchener Brücke wurde nun verstärkt. Boot und 4 Landwachen wurden von uns gestellt. Am Campingplatz wurde ein belgischer Soldat von zwei unserer Rettungsschwimmer vor dem Ertrinken bewahrt und vor ein paar Jahren (1977) hat unsere damalige Jugendwache, besetzt mit Leuten, die auch heute noch ein Begriff sind in unserem Bezirk z.B. Jörg Gommersbach und Monika Schwandtke, eine ganze Gruppe von Kindern vor dem Ertrinken bewahrt. Als das erste Boot nach einigen Havarien bei Einsätzen ausgetauscht werden mußte, schaffte es der damalige Vorstand mit Hilfe der öffentlichen Hand, ein zweites Mal ein neues Boot anzuschaffen.

Die gleiche Leistung wurde erbracht mit der Anschaffung eines nagelneuen VW-Busses, wiederum mit Hilfe durch öffentliche Gelder. Es gelang der Ortsgruppe immer wieder, mit Geräten und Taten ein Beispiel zu geben für den ganzen Bezirk Köln. Vorstandmitglieder wie Friedel Gerick, Karl Meuthen, Paul und Günter Schwandtke, Dr. Heim, Kurt Thiel, Heinrich Büsdorf, Erich Eschweiler, Toni Sprengler und natürlich Erich Schiffbauer und viele andere haben dafür gesorgt, daß das heilige Feuer des beinahe fanatischen Arbeitens für unseren Rettungsgedanken immer wach blieb und voran getrieben wurde.

Auch Rückschläge im Mitgliederbestand konnten wieder aufgeholt werden, irgendwie wurde es immer wieder geschafft auf die Füße zu kommen und die Arbeit weiterzuführen, wie dies auch heute wieder geschieht. Heute haben wir Dank der Mitarbeit aller Vorstandsmitglieder und unserer Ausbilder am Beckenrand wieder einen soliden Grund unter den Füßen.

Toni Sprengler
Leiter der Ortsgruppe

Das Deutz-Kalker Bad

1913Fertigstellung
1914Eröffnung
1914 - 1918Als Militärbadeanstalt für die Deutzer Kürassiere genutzt. Wo sich damals die Kaserne befand, steht heute das ehemalige Lufthansa-Hochhaus.
ab 1919Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Bad, bis zur teilweisen Zerstörung im 2. Weltkrieg, für die Öffentlichkeit geöffnet.
1947Das Becken des Bades, welches mit Schutt gefüllt war, wurde von Mitgliedern der DLRG und der Schwimmabteilung Freier Wassersport freigeschaufelt. Zu dieser Zeit existierte in Köln neben dem Deutz-Kalker Bad nur noch das Neptunbad. Alle anderen Schwimmbäder wurden im Krieg zerstört.
1961 - 1986Trainingsbad der DLRG Ortsgruppe Köln rechtsrheinisch-Süd e.V.
1986Das Wasser des abgebrannten Thermalbades im Rheinpark wird mit Tanklastzügen ins Deutz-Kalker Bad gebracht
1996Nach Eröffnung der Claudius-Thermen wird das Schwimmbecken geleert und das Deutz-Kalker Bad endgültig geschlossen.