Der Pegel - Funktion und mehr

Ein Pegel (von niederdeutsch Pegel = Eichstrich) ist ein Messgerät zur Feststellung des Wasserstandes in Flüssen. Der Wasserstand selbst wird ebenfalls als Pegel (Wasserpegel) bezeichnet.

Ein Pegel wird nach Pegelvorschrift durch eine Pegellatte und drei Höhenfestpunkte definiert, mit deren Hilfe die Höhenlage der Pegellatte (Pegelnullpunkt) auf Normalnull bezogen wird.

Gemessen wird der Wasserstand am Pegel heutzutage mit Hilfe von Schwimmern, Drucksonden, Druckluftwaagen, Radar- und Ultraschallgeräten. Die Messungen werden auf einem Bandschreiber und/oder in digitalen Datensammlern registriert.

Manchmal wird der Wasserstand an Pegeluhren, hier am Beispiel von Köln, angezeigt. Der angezeigte Pegelstand gibt jedoch nur den tatsächlichen Wasserstand an der Pegeluhr wieder und nicht die tatsächliche Wassertiefe in der Flussmitte. Zu dem Pegelstand addiert man noch die Fahrrinnen-Tiefe, um die Wassertiefe zu erhalten.

Zusätzlich können die registrierten Wasserstände über entsprechende Geräte digital erfasst werden und über ein Modem per Datenfernübertragung direkt in den Computer eingelesen werden. Ein Messwert-Ansagegerät kann Wasserstände in Sprache umwandeln. Diese können dann über das öffentliche Telefonnetz direkt abgehört werden Über einen Anrufbeantworter kann unter der Kölner Rufnummer 0221-19429 jederzeit der Wasserstand des Rheins im Kölner Stadtgebiet abgerufen werden.

Der Nullpunkt der Kölner Pegels befindet sich 38.98 Meter über dem Meeresspiegel. Pegelstand "Null" bedeutet allerdings nicht, dass kein Wasser mehr den Rhein hinunter fliesst. Bei Pegelnull wird auf einer Fahrrinnenbreite von nur noch 150 Metern eine Wassertiefe von 100 cm gewährleistet.

Der höchste jemals gemessene Stand des Rheins am Pegel Köln wurde 1784 mit 13,84 m erreicht. In jüngerer Zeit stieg der Rhein 1926, 1993 und 1995 jeweils auf 10,63 m bis 10,69 m. Erste Hochwasserschutzmaßnahmen werden in Köln ab einem Pegel von 4,5 m eingeleitet.
Bei einem Pegel von 620 cm m wird die Hochwassermarke I erreicht, bei der erste Einschränkungen für die Schifffahrt gültig werden. So dürfen die Schiffe nur mit reduzierter Geschwindigkeit fahren, um keine Schäden am Ufer durch Wasserwellen zu verursachen.
Bei einem Pegel von 830 cm wird die Hochwassermarke II erreicht. Bei diesem Pegelstand wird der Schiffsverkehr komplett eingestellt.
Ab einem Pegel von 10,0 m wurde früher die Kölner Altstadt überflutet. Ab dem Jahre 2009 wird durch die über 10jährigen Arbeiten am Hochwasserschutzkonzept die Stadt Köln bis auf wenige Ausnahmen bis zu einem Pegel von 11,30 Metern hochwassersicher sein.

 

Kölner Pegelhöchststände seit 1965

 

Quellennachweis:
Bundesanstalt für Gewässerkunde, WSA Köln.